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Lohnt sich ein Ganzkörper-MRT (Prenuvo) oder ein Neko-Körperscan für gesunde Menschen?

Keine randomisierte Studie hat je getestet, ob diese Scans Leben retten. Wenn dein Risiko durchschnittlich ist, kaufst du vor allem eins: einen fast sicheren Stapel Zufallsbefunde.

Kurz erklärt

Für gesunde Erwachsene mit Durchschnittsrisiko stützt die Evidenz ein Ganzkörper-MRT zur Vorsorge nicht. Keine randomisierte Studie hat je getestet, ob diese Scans die Sterblichkeit senken. Über alle Studien gerechnet liegt die Krebserkennung bei nur etwa 1,57%. Rund 95% der Scans zeigen aber mindestens einen auffälligen Befund. Etwa 91% all dieser Befunde sind gutartig, trotzdem werden rund 3 von 10 Menschen zu weiteren Untersuchungen geschickt. In Deutschland zahlst du das Ganzkörper-MRT als IGeL selbst, grob 1.000 bis 2.500 Euro. Die gesetzliche Kasse übernimmt es nicht. Echten Nutzen hat es vor allem bei erblichen Hochrisiko-Syndromen wie Li-Fraumeni.

Aktualisiert am · 12 Min. Lesezeit

Diese Inhalte dienen ausschließlich Bildungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Ernährung, deinem Trainingsprogramm oder deiner Nahrungsergänzung vornimmst.

Ganzkörper-MRT zur Vorsorge: sinnvoll? Prenuvo und Neko im Vergleich

Kurze Antwort: Wenn du keine Beschwerden hast und dein Risiko durchschnittlich ist, gibt es keinen guten Beleg, dass dir dieser Scan ein längeres Leben schenkt. Es ist nicht so, dass eine große Studie es geprüft hätte und leer ausging. Sondern: Noch nie hat eine randomisierte Studie getestet, ob ein Ganzkörper-MRT zur Vorsorge die Zahl der Todesfälle durch Krebs oder irgendeine andere Ursache senkt. Der versprochene Nutzen ist also nicht widerlegt. Er ist schlicht ungeprüft. Das sind zwei sehr verschiedene Dinge.

Die Datenlage ist dünn. Eine Übersichtsarbeit von 2019 trug 12 Studien mit 5.373 Menschen ohne Beschwerden zusammen [1]. Keine einzige prüfte über die lange Strecke nach, was eigentlich aus den Leuten mit einem unauffälligen Ergebnis wurde. Eine Übersichtsarbeit von 2026 geht noch weiter. Sie sagt: Gesunde Menschen auf viele Krankheiten gleichzeitig zu scannen ist eine starke Abkehr von den Grundregeln guter Vorsorge. Ihr praktischer Nutzen und ihr Preis-Leistungs-Verhältnis sind schlicht nicht belegt [6].

Unterdessen rollt die Marketingwelle an. Prenuvo (USA) eröffnete im November 2025 seine erste europäische Klinik in London [14]. Neko Health, das schwedische Unternehmen von Spotify-Mitgründer Daniel Ek, expandiert ebenfalls. Nekos Produkt ist aber nicht mal ein MRT: Es ist ein sensorbasierter Körperscan plus Blutmarker, deutlich günstiger (rund 299 Pfund in London). Schickes Branding, ruhige Kliniken, das Versprechen, Krebs zu erwischen, bevor er dich erwischt.

So sehen die Optionen nebeneinander aus:

Prenuvo Neko Health Ganzkörper-MRT beim Radiologen in Deutschland
Was es ist Ganzkörper-MRT Sensorbasierter Körperscan plus Bluttest, kein MRT Ganzkörper-MRT
Preis etwa 2.499 Pfund in London [14] rund 299 Pfund in London grob 1.000 bis 2.500 EUR, Selbstzahler
Wo in Europa London Schweden und Großbritannien viele deutsche Städte
Strahlung keine keine keine
Randomisierte Studie, die zeigt, dass es Leben rettet keine [1, 8] keine keine [1, 8]

Die tatsächliche Ausbeute ist winzig. Bei Menschen ohne Beschwerden finden die Scans bei etwa 1,57% von ihnen einen Krebs, gepoolt aus einer Meta-Analyse von 2025 (eine Studie, die viele Studien zusammenrechnet) mit 10 Studien und 9.024 Menschen [2]. Dieses kleine Signal verschwindet unter allem, was der Scan sonst noch findet.

Der Tausch ist also schnell erklärt und schwer zu schlucken. Du kaufst eine kleine Chance, einen echten Krebs zu erwischen. Gleich daneben kaufst du einen fast sicheren Stapel Zufallsbefunde (zufälliges Zeug, das der Scan entdeckt und das nichts mit deinem Grund fürs Kommen zu tun hat). Ein unauffälliger Scan übersieht trotzdem schnell wachsende Tumore und Krebs in Hohlorganen. Und ein auffälliger Scan startet viel eher eine Runde Untersuchungen, als dass er dir das Leben rettet. Die Beruhigung, die die Website verkauft, bekommst du so nicht.

Was kann ein Ganzkörper-MRT wirklich erkennen und was übersieht es?

Ein Ganzkörper-MRT sieht solide Raumforderungen ohne Strahlung gut (Tumore in Niere oder Leber, Aneurysmen, allerlei Knoten). Genau die Krebsarten, die die meisten Menschen töten, erfasst es aber schlecht. Früher Lungen- und früher Darmkrebs rutschen vorbei. Ein unauffälliger Scan kann also Mammographie, Darmspiegelung oder den Pap-/HPV-Test nicht ersetzen.

Bei manchen Dingen ist das MRT wirklich stark. Es bildet Weichgewebe wunderbar ab und kommt ganz ohne Strahlung aus. Auch Aneurysmen (eine ausbeulende Schwachstelle in einer Gefäßwand) zeigt es gut. Sitzt ein Tumor als fester Knoten in einem Organ, das das MRT gut darstellt, sieht der Scan ihn meistens.

Aber Vorsicht. Etwas zu sehen ist nicht dasselbe, wie einen tödlichen Krebs früh genug zu erwischen, um deinen Verlauf zu ändern.

Jetzt zu den blinden Flecken. Genau die zerlegen das ganze Vorsorge-Versprechen. Früher Lungenkrebs? Schlecht erfasst. Früher Darmkrebs? Schlecht erfasst. Die meisten Probleme in Hohlorganen (deine Lunge, dein Darm, deine Blase, alles mit Luft oder offenem Hohlraum) rutschen am Ganzkörper-MRT einfach vorbei. Und genau das sind die Krebsarten, die die meisten Menschen töten.

Genau deshalb kann der Scan die Untersuchungen nicht ersetzen, die wirklich Evidenz hinter sich haben: Mammographie, Darmspiegelung und der Pap- oder HPV-Test. Die Fachübersichten sagen dasselbe. Das Ganzkörper-MRT ist ein Schritt weg vom belegten Screening, kein Schritt hinauf [6, 8].

Bei der Sicherheit sei fair zum MRT. Ein CT oder ein Koronarkalk-Scan (CAC) arbeitet mit ionisierender Strahlung. Das MRT nicht, es gibt also gar keine Strahlendosis. Dieser Vorteil ist echt. Aber der Hauptschaden war hier von Anfang an nicht die Strahlung. Es ist die Kette an Folgeuntersuchungen, die der Scan auslöst. Um die geht es im nächsten Abschnitt.

Wo landet das also? Sieh das Ganzkörper-MRT als zusätzliche Bildgebung, die schlecht zu den Krebsarten passt, die dich am ehesten umbringen. Ein unauffälliges Ergebnis kann dir gerade bei Lungen- und Darmkrebs eine falsche Sicherheit verkaufen, also in den beiden Bereichen, in denen das MRT am schwächsten ist. Ein unauffälliger Scan heißt nicht, dass du gesund bist. Er hebt auch die altersgerechte Vorsorge, die dir ohnehin zusteht, nicht auf.

Wie oft findet ein Ganzkörper-MRT etwas und was passiert dann?

Fast bei jedem findet der Scan etwas. Bei Menschen ohne Beschwerden zeigt sich in etwa 95% der Scans mindestens ein auffälliger Befund. Grob 91% all dieser Befunde sind gutartig [12]. Von 20 Menschen, die gescannt werden, bekommen 19 etwas mitgeteilt. Die meisten dieser Befunde sind harmlos. Trotzdem bekommen rund 3 von 10 Menschen einen Befund, der weitere Untersuchungen braucht. Bei weniger als 2 von 100 besteht am Ende Krebsverdacht [12].

Die 95% und 91% zählen jeden Befund mit, auch die harmlosen. Die Zahlen, auf die es für die Abklärung ankommt, sind kleiner und wackliger:

  • Bei etwa 32% der Scans ist ein kritischer oder unklarer Befund dabei, den ein Radiologe nochmal anschauen will (95%-KI 18 bis 50%, also der Bereich, in dem der wahre Wert wahrscheinlich liegt) [1].
  • Der gepoolte Anteil falsch positiver Befunde (über alle Studien gemittelt) liegt bei etwa 16% (95%-KI 1,9 bis 65,8%) [1].
  • Nur für etwa 12,6% der kritischen oder unklaren Befunde berichteten die Studien überhaupt eine Überprüfung [1].

Diese riesigen Spannen sind keine Fußnote. Sie sind der Punkt: Die Evidenz darunter ist schwach und widersprüchlich. Eine BMJ-Meta-Analyse von 2018 [9] und ein Umbrella-Review von 2018 (eine Übersicht über Übersichtsarbeiten) [13] untermauern, wie häufig solche Zufallsbefunde in der Körperbildgebung sind.

Jetzt der konkrete Schaden, ganz nah dran. In der deutschen SHIP-Studie wurden 3.371 Menschen gescannt [3]. 30,3% bekamen einen Zufallsbefund mitgeteilt, die meisten tumorbezogen. Bei Menschen, denen sowohl ein MRT- als auch ein Laborbefund mitgeteilt wurde, hatte mehr als jeder Vierte eine Biopsie. 62,1% dieser Biopsien ergaben keinen Krebs und keinen Tumor. Das ist Überdiagnose zum Anfassen: echte Nadeln, echtes entferntes Gewebe, meist hinter harmlosen Stellen her.

Und was passiert dann? Ein Befund löst weitere MRTs aus, Blutwerte, Facharzttermine und manchmal Biopsien mit eigenem Komplikationsrisiko. Das meiste davon jagt etwas hinterher, das dir nie geschadet hätte. Das Geld, die verlorene Zeit und die Angst sind keine seltenen Nebenwirkungen. Sie sind der fast sichere Eintrittspreis.

Warum raten Ärzte und Radiologie-Gesellschaften vom Ganzkörper-MRT zur Vorsorge ab?

Die großen Fachgesellschaften stehen nicht hinter dem Ganzkörper-MRT als Vorsorge für Menschen mit Durchschnittsrisiko, die sich gesund fühlen. Das American College of Radiology (ACR) sagt es glasklar. Sein Statement von 2023 findet keine ausreichende Evidenz, den ganzen Körper bei Menschen ohne Symptome, Risikofaktoren oder familiäre Vorbelastung zu scannen. Es sieht auch keinen dokumentierten Beleg, dass es Geld spart oder das Leben verlängert [11]. Die Übersichtsarbeit von 2019 geht noch weiter: Anbieter sollten es Gesunden außerhalb von Forschung gar nicht anbieten [1]. Das Royal Australian and New Zealand College of Radiologists (RANZCR) landet in seinem Positionspapier zu Niedrigrisiko-Patienten an genau derselben Stelle [8].

Das ist keine Bevormundung aus Prinzip. Der Grund ist genau das Schadensprofil, das du schon kennst: falsch positive Befunde, Zufallsbefunde, Überdiagnose und kein bewiesener Nutzen für deine Lebensdauer. Genau deshalb halten sich die Gesellschaften zurück. Übersichtsarbeiten benennen dieselben Schäden und denselben Bruch mit guter Vorsorge-Praxis [12, 6]. Dieser Test markiert jeden Dritten. Nur wenige dieser Markierungen werden nachweislich überprüft. Und er hat nie gezeigt, dass er auch nur ein Leben rettet. So einen Test kann man guten Gewissens kaum empfehlen.

Ein Punkt spricht in die andere Richtung. Die Evidenz zum psychischen Schaden ist gemischt, nicht vernichtend. Eine Studie von 2025 begleitete 121 beschwerdefreie Menschen, die alle auffällige Befunde hatten. Sie sah nach einem Jahr nur einen leichten Anstieg depressiver Symptome und keinen klaren bleibenden psychischen Schaden [7]. Aber die Vier-Jahres-Gruppe schrumpfte auf 61 Menschen, also behandle das als schwache Evidenz in beide Richtungen. Es beruhigt nicht stark. Es belegt aber auch keinen bleibenden Schaden. Jemandem einen auffälligen Befund mitzuteilen ist nicht automatisch traumatisch. Gratis ist es aber auch nicht.

Und in Deutschland? Ein klares, primäres Positionspapier der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) zum Selbstzahler-Ganzkörper-MRT haben wir nicht gefunden. Dieser Abschnitt stützt sich deshalb auf das ACR (2023) [11] und das RANZCR [8].

Wer profitiert wirklich von einer Ganzkörper-MRT-Überwachung (und wer sollte sie sich sparen)?

Einer kleinen Gruppe hilft das wirklich: Menschen mit einem erblichen Hochrisiko-Krebssyndrom. Der klarste Fall ist das Li-Fraumeni-Syndrom, ausgelöst durch einen vererbten Fehler in einem Gen namens TP53 (ein Gen, dessen normaler Job es ist, Zellen davon abzuhalten, zu Krebs zu werden). Dieser Fehler treibt das Lebenszeitrisiko für Krebs weit nach oben. Für diese Träger gehört ein jährliches Ganzkörper-MRT zu den Empfehlungen von Fachleuten [16]. In einer prospektiven, nicht randomisierten Studie lag das 5-Jahres-Überleben mit Überwachung bei 88,8%, ohne bei 59,6% [15].

Und die Zahlen verschieben sich heftig. Eine Meta-Analyse von 2024 poolte 11 Studien mit 703 TP53-Trägern [4]. Beim ersten MRT:

  • etwa 18% der verdächtigen Läsionen waren bestätigter Krebs
  • bei insgesamt etwa 6% der Träger fand es einen Krebs
  • 41 von 46 Krebsfällen wurden im frühen Stadium erwischt

Eine zweite Meta-Analyse von 2024 mit 506 Trägern fand Krebs bei etwa 7% der Menschen, gepoolt [5]. Eine JAMA-Oncology-Meta-Analyse von 2017 stützt das [10]. Stell das jetzt neben die 1,57% bei Menschen mit Durchschnittsrisiko [2]. Derselbe Scan, etwa viermal so oft ein Krebsfund.

Warum hält das für die eine Gruppe, aber nicht für die andere? Es liegt daran, wie wahrscheinlich Krebs in der Gruppe schon vor dem Scan ist, nicht an irgendeiner Magie der Maschine. In einer Gruppe, in der Krebs wirklich häufig ist, kippt derselbe Test von meist falschen Alarmen zu echten Frühfunden. Genau deshalb überträgt sich die Geschichte von der Party nicht. Wenn dir jemand erzählt, der Scan habe den Tumor seines Cousins gefunden, mag das stimmen. Über einen gesunden Käufer mit Durchschnittsrisiko sagt es aber nichts. Die Chancen des Cousins waren nie deine Chancen.

Wer sollte sich das also sparen? Erwachsene mit Durchschnittsrisiko, die sich gesund fühlen und kein passendes erbliches Syndrom tragen. Genau auf sie zielt das Marketing. Und genau bei ihnen spricht am wenigsten für den Kauf. Wenn du echte Symptome hast (einen Knoten, Schmerzen, die nicht weggehen, Blutungen), brauchst du gar keinen Vorsorge-Scan. Du brauchst eine gezielte Abklärung über deine Ärztin oder deinen Arzt, ein anderer und schnellerer Weg.

Eine letzte Einordnung. Wenn du eine bekannte erbliche Hochrisiko-Mutation trägst (also eine, mit der du geboren wurdest), ist die Überwachung eine medizinische Entscheidung, die du mit einem Team aus Humangenetik oder Onkologie triffst. Oft wird sie dann als medizinische Leistung erstattet. Es ist kein Selbstzahler-Scan für Konsumenten, den du zwischen Saunagang und Smoothie online buchst.

Was kostet ein Ganzkörper-MRT? Zahlt die Krankenkasse? Wo landen deine Daten?

Erst die Kosten. Das Ganzkörper-MRT zur Vorsorge zahlst du selbst. In Deutschland ist es eine IGeL (Individuelle Gesundheitsleistung, also eine Selbstzahler-Leistung aus eigener Tasche). Ein normales Ganzkörper-MRT kostet grob 1.000 bis 2.500 EUR pro Scan. Premium-Concierge-Anbieter sind der Ausreißer: Prenuvos Londoner Klinik nennt etwa 2.499 Pfund [14]. Das ist nicht der deutsche Normalpreis. Die gesetzliche Kasse zahlt es für die Vorsorge bei Durchschnittsrisiko nicht, egal ob AOK, TK oder Barmer. Private Versicherer zahlen in der Regel nur, wenn eine Ärztin oder ein Arzt eine medizinische Notwendigkeit begründet. Frag deshalb vorher schriftlich nach. Nekos Modell aus Körperscan plus Blutwerten ist anders aufgebaut und günstiger als ein einzelnes Prenuvo-artiges Ganzkörper-MRT. Wichtig: Dass die Kasse nicht zahlt, ist ein Signal, kein Schlupfloch. Sie spiegelt damit nur die Leitlinien: Das hier ist keine evidenzbasierte Vorsorge.

Der Listenpreis ist übrigens der kleinere Posten. Richtig teuer wird es, sobald ein Zufallsbefund Folge-Scans, Facharzttermine und Biopsien auslöst, vieles davon auch aus eigener Tasche. Denk zurück an die deutsche SHIP-Studie: In der Gruppe mit MRT- und Laborbefund ergaben 62,1% der Biopsien keinen Krebs. Trotzdem kostete jede einzelne Geld, kostete Zeit und brachte ihr eigenes Komplikationsrisiko mit [3]. Der Scan-Preis versteckt den wahren Gesamtbetrag still und leise.

Jetzt zu deinen Daten. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen. Ganzkörper-Bilder von dir sind hochsensible Gesundheitsdaten. Kommen Blutmarker und KI-Auswertung dazu, wie bei Neko, steigt der Einsatz. Frag deshalb nach: Wo finden Scans und KI-Verarbeitung wirklich statt, auf US-Servern oder EU-Servern, bei Prenuvo und bei Neko? Wozu genau gibst du dein Okay? Wie lange behalten sie deine Bilder und wer kommt da ran? Unter der DSGVO (Europas Datenschutzgesetz) sind das keine müßigen Fragen. Die Studien zur Wirksamkeit des Scans beantworten diese Fragen nicht. Stell sie deshalb dem Anbieter, bevor du buchst. Es sind offene Fragen, kein fertiges Urteil.

Wohin also mit dem Geld, wenn du selbst zahlst? Wenn du ein gesunder Erwachsener mit Durchschnittsrisiko bist, bringt dir dein Geld woanders mehr. Mach die Vorsorge fertig, die dir nach den Leitlinien wirklich zusteht: Mammographie, Darmspiegelung, Gebärmutterhals-Screening, dazu Blutwerte, die Evidenz hinter sich haben. Heb dir das Ganzkörper-MRT für die Gruppe mit erblichem Syndrom oder ein Forschungssetting auf. Da verdient der Scan sein Geld. Überall sonst nicht.

Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich ein Ganzkörper-MRT von Prenuvo oder ein Neko-Health-Körperscan für das Geld?

Für einen beschwerdefreien Erwachsenen mit Durchschnittsrisiko: eher nein. Keine randomisierte Studie hat je gezeigt, dass Ganzkörper-MRT-Vorsorge die Sterblichkeit senkt [8]. Die gepoolte Krebserkennung liegt bei nur etwa 1,57% [2]. Rund 95% der Scans zeigen dagegen mindestens einen auffälligen Befund. Etwa 91% aller Befunde sind gutartig, trotzdem brauchen rund 30% der Menschen weitere Untersuchungen [12]. Die klare Ausnahme sind Menschen mit einem erblichen Hochrisiko-Syndrom.

Was kostet ein Ganzkörper-MRT in Deutschland?

Als Selbstzahler-IGeL liegt ein Ganzkörper-MRT zur Vorsorge grob bei 1.000 bis 2.500 EUR pro Scan. Premium-Concierge-Anbieter wie Prenuvos Londoner Klinik (etwa 2.499 Pfund [14]) verlangen mehr und sind nicht der deutsche Normalpreis. Von der gesetzlichen Kasse wird es für die Vorsorge bei Durchschnittsrisiko nicht gedeckt. Der Listenpreis unterschätzt die Gesamtkosten, sobald Zufallsbefunde Folge-Bildgebung, Facharzttermine und Biopsien auslösen. Nekos Modell aus Scan plus Blutwerten ist anders strukturiert und günstiger.

Erkennt ein Ganzkörper-MRT Krebs früh und rettet Leben?

Noch nie hat eine randomisierte Studie getestet, ob ein Ganzkörper-MRT zur Vorsorge die Sterblichkeit senkt [8]. Der Nutzen ist also ungeprüft, nicht widerlegt. Eine Übersichtsarbeit von 2019 prüfte 12 Studien mit 5.373 Menschen. Keine davon verfolgte unauffällige Befunde langfristig nach [1]. Die Krebserkennung bei Gesunden liegt bei etwa 1,57% [2]. Eine Lebensverlängerung ist schlicht nicht belegt.

Wie genau ist ein Ganzkörper-MRT und wie oft gibt es Fehlalarme?

Rund 95% der Scans zeigen mindestens einen auffälligen Befund, etwa 91% aller Befunde sind gutartig [12]. Der gepoolte Anteil falsch positiver Befunde lag bei etwa 16% (95%-KI 1,9 bis 65,8%). Nur für etwa 12,6% der kritischen oder unklaren Befunde berichteten die Studien eine Überprüfung [1]. Die sehr breiten Konfidenzintervalle zeigen, wie schwach und uneinheitlich die Daten sind. In der deutschen SHIP-Kohorte ergaben in der Gruppe mit MRT- und Laborbefund 62,1% der Biopsien keinen Krebs und keinen Tumor [3].

Erkennt ein Ganzkörper-MRT wie Prenuvo Darm- oder Lungenkrebs? Ersetzt es die Darmspiegelung?

Nicht zuverlässig im Frühstadium. Ersetzen kann es die Darmspiegelung nicht. Früher Lungenkrebs und früher Darmkrebs werden vom Ganzkörper-MRT schlecht erfasst, genau die Krebsarten, die auf Bevölkerungsebene häufig töten. Ein unauffälliger Scan heißt also nicht, dass Darm und Lunge gesund sind. Radiologie-Fachgesellschaften warnen, dass Ganzkörper-Protokolle übersehen können, was gezielte Untersuchungen finden. Diese falsche Sicherheit kann schaden [6, 8]. Mammographie, Darmspiegelung und Pap-/HPV-Test bleiben Pflicht.

Warum empfehlen Ärzte das Ganzkörper-MRT für Gesunde nicht?

Das ACR-Statement 2023 findet keine ausreichende Evidenz für ein Ganzkörper-Screening bei Menschen ohne Symptome, Risikofaktoren oder familiäre Vorbelastung [11]. Eine Übersichtsarbeit von 2019 sagt, es solle außerhalb von Forschung nicht angeboten werden [1]. Das RANZCR-Positionspapier rät ebenfalls davon ab [8]. Die Gründe sind falsch positive Befunde, Zufallsbefunde, Überdiagnose und kein bewiesener Sterblichkeitsnutzen [12]. Ein Test, der jeden Dritten markiert und davon kaum etwas nachweislich überprüft, lässt sich schwer empfehlen.

Wer sollte wirklich ein Ganzkörper-MRT machen?

Die eine legitime Nische sind Menschen mit erblichen Hochrisiko-Syndromen wie dem Li-Fraumeni-Syndrom (vererbter TP53-Fehler). Hier fand das MRT bei etwa 6 bis 7% der Träger einen Krebs und erwischte 41 von 46 Krebsfällen früh [4, 5], gegenüber nur 1,57% bei Durchschnittsrisiko [2]. Das ist eine medizinische Entscheidung mit einem Genetik- oder Onkologie-Team, kein online gebuchter Konsumenten-Scan.

Was ist der Unterschied zwischen Neko Health und Prenuvo?

Prenuvo verkauft ein Ganzkörper-MRT. In Europa heißt das: die Londoner Klinik, eröffnet im November 2025, für etwa 2.499 Pfund [14]. Neko Health von Spotify-Mitgründer Daniel Ek verkauft einen Körperscan aus Sensoren und Bluttests. Das ist kein MRT und kostet deutlich weniger, rund 299 Pfund in London. Deine inneren Organe bildet Neko nicht so ab wie ein MRT. Für keins von beiden zeigt eine randomisierte Studie, dass es Leben rettet.

Gibt es Prenuvo in Deutschland?

Nein. Prenuvo eröffnete seine erste europäische Klinik im November 2025 in London [14]. Einen Standort in Deutschland, Österreich oder der Schweiz listet Prenuvo Stand September 2026 nicht. Dafür bieten viele Radiologiepraxen ein eigenes Ganzkörper-MRT als Selbstzahler-Leistung an, meist für grob 1.000 bis 2.500 Euro. Gleiche Idee, gleiche Lücke: Keine randomisierte Studie zeigt, dass es Leben rettet [8].

Zahlt die Krankenkasse ein Ganzkörper-MRT?

Zur Vorsorge ohne Beschwerden nicht. Die gesetzliche Kasse (egal ob AOK, TK oder Barmer) übernimmt ein Ganzkörper-MRT ohne medizinischen Grund nicht, es bleibt eine IGeL. Private Versicherer zahlen in der Regel nur bei ärztlich begründeter Notwendigkeit. Frag deshalb vorher schriftlich nach. In der Schweiz zahlt die Grundversicherung es als Vorsorge ebenfalls nicht. Anders ist es bei medizinisch begründeter Überwachung, etwa beim Li-Fraumeni-Syndrom, die dein Genetik- oder Onkologie-Team plant.

Wie lange dauert ein Ganzkörper-MRT?

Rechne mit grob 30 bis 60 Minuten in der Röhre, je nach Praxis und je nachdem, wie viel vom Körper abgebildet wird. Strahlung gibt es keine. Manche Praxen spritzen ein Kontrastmittel (Gadolinium), das eigene kleine Risiken hat. Frag vorher nach, ob und warum.

Welche Erfahrungen machen Menschen mit einem Ganzkörper-MRT?

Der Scan selbst ist harmlos, ein MRT arbeitet ohne Strahlung. Kritisch wird es danach. In der deutschen SHIP-Studie mit 3.371 Gescannten bekamen 30,3% einen Zufallsbefund mitgeteilt. In der Gruppe mit MRT- und Laborbefund ergaben 62,1% der Biopsien keinen Krebs und keinen Tumor [3]. Die seelische Belastung wirkt in der einzigen Studie dazu eher gering. Eine Studie von 2025 mit 121 Menschen sah ein Jahr nach auffälligen Befunden nur einen leichten Anstieg depressiver Symptome. Das ist aber schwache Evidenz in beide Richtungen [7].

Quellen

  1. Kwee RM, Kwee TC. (2019). Whole-body MRI for preventive health screening: A systematic review of the literature. Journal of Magnetic Resonance Imagingdoi:10.1002/jmri.26736
  2. Martins da Fonseca J, Trennepohl T, Pinheiro LG, Carra Forte G, Campello CA, Altmayer S, Andrade RG, Hochhegger B. (2025). Whole-body MRI for opportunistic cancer detection in asymptomatic individuals: a systematic review and meta-analysis. European Radiologydoi:10.1007/s00330-025-11976-5
  3. Richter A, Sierocinski E, Singer S, Bülow R, Hackmann C, Chenot J-F, Schmidt CO. (2020). The effects of incidental findings from whole-body MRI on the frequency of biopsies and detected malignancies or benign conditions in a general population cohort study. European Journal of Epidemiologydoi:10.1007/s10654-020-00679-4
  4. Dacoregio MI, Reis PCA, Celso DSG, Romero LE, Altmayer S, Vilbert M, Moraes FY, Gomy I. (2024). Baseline surveillance in Li-Fraumeni syndrome using whole-body MRI: a systematic review and updated meta-analysis. European Radiologydoi:10.1007/s00330-024-10983-2
  5. Temperley HC, O'Sullivan NJ, et al.. (2024). Whole-Body MRI Screening for Carriers of Germline TP53 Mutations, A Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of Clinical Medicinedoi:10.3390/jcm13051223
  6. Dai KZ, Jambawalikar SR, Kang SK. (2026). Whole-Body MRI Screening of Average Risk Populations: Promises and Controversies. Journal of Magnetic Resonance Imagingdoi:10.1002/jmri.70268
  7. Conti L, Mazzoni D, Marzorati C, Grasso R, Busacchio D, Petralia G, Pravettoni G. (2025). Observations Regarding the Detection of Abnormal Findings Following a Cancer Screening Whole-Body MRI in Asymptomatic Subjects: The Psychological Consequences and the Role of Personality Traits Over Time. Journal of Magnetic Resonance Imagingdoi:10.1002/jmri.29461
  8. Royal Australian and New Zealand College of Radiologists (RANZCR). (2024). Whole Body MRI Screening in Low-Risk Patients Position Statement (v1.1, approved 4 July 2025). RANZCR Document Library (position statement)
  9. Gibson LM, Paul L, Chappell FM, Macleod M, Whiteley WN, Al-Shahi Salman R, Wardlaw JM, Sudlow CLM. (2018). Potentially serious incidental findings on brain and body magnetic resonance imaging of apparently asymptomatic adults: systematic review and meta-analysis. BMJdoi:10.1136/bmj.k4577
  10. Ballinger ML, Best A, Mai PL, et al.. (2017). Baseline Surveillance in Li-Fraumeni Syndrome Using Whole-Body Magnetic Resonance Imaging: A Meta-analysis. JAMA Oncologydoi:10.1001/jamaoncol.2017.1968
  11. American College of Radiology (ACR). (2023). ACR Statement on Screening Total Body MRI. American College of Radiology (press statement / position)
  12. Zugni F, Padhani AR, Koh DM, Summers PE, Bellomi M, Petralia G. (2020). Whole-body magnetic resonance imaging (WB-MRI) for cancer screening in asymptomatic subjects of the general population: review and recommendations. Cancer Imagingdoi:10.1186/s40644-020-00315-0
  13. O'Sullivan JW, Muntinga T, Grigg S, Ioannidis JPA. (2018). Prevalence and outcomes of incidental imaging findings: umbrella review. BMJdoi:10.1136/bmj.k2387
  14. Prenuvo (company announcement). (2025). Prenuvo opens first European clinic, bringing advanced whole body MRI screening to London. Prenuvo Newsroom (company announcement)
  15. Villani A, Shore A, Wasserman JD, Stephens D, Kim RH, Druker H, et al.. (2016). Biochemical and imaging surveillance in germline TP53 mutation carriers with Li-Fraumeni syndrome: 11 year follow-up of a prospective observational study. The Lancet Oncologydoi:10.1016/S1470-2045(16)30249-2
  16. Kratz CP, Achatz MI, Brugières L, Frebourg T, Garber JE, Greer MC, et al.. (2017). Cancer Screening Recommendations for Individuals with Li-Fraumeni Syndrome. Clinical Cancer Researchdoi:10.1158/1078-0432.CCR-17-0408

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Erstellt von Maurice Lichtenberg, Gründer, Longevity Cities

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