Sympathikusdominanz
ENSympathetic dominance
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Sympathikusdominanz beschreibt eine chronische Verschiebung des autonomen Gleichgewichts zugunsten einer anhaltenden Sympathikusaktivierung gegenüber dem Parasympathikustonus, die sich typischerweise in supprimierten HRV-Parametern wie RMSSD und HF-Leistung, erhöhter Ruheherzfrequenz und abgeschwächter nächtlicher vagaler Modulation widerspiegelt. Akute Sympathikusaktivierung ist adaptiv, doch eine chronische Erhöhung durch psychischen Stress, Übertraining, Schlafmangel oder Stoffwechseldysfunktion wird mit Hypertonie, Dysregulation der HPA-Achse und beschleunigter kardiovaskulärer Alterung assoziiert. Es handelt sich nicht um eine klinische Diagnose, sondern um ein operatives Konzept der Longevity- und Sportwissenschaft zur Erkennung dauerhaft beeinträchtigter autonomer Erholung; die Interpretation erfordert den Ausschluss von Störfaktoren wie Dehydratation, Infekt und Messartefakten.
Quellen
- Malik M, Bigger JT, Camm AJ, et al.. (1996). Heart rate variability: Standards of measurement, physiological interpretation, and clinical use. Task Force of the European Society of Cardiology and the North American Society of Pacing and Electrophysiology. *European Heart Journal*doi:10.1093/oxfordjournals.eurheartj.a014868
- Thayer JF, Lane RD. (2007). The role of vagal function in the risk for cardiovascular disease and mortality. *Biological Psychology*doi:10.1016/j.biopsycho.2005.11.013
