Metaanalyse
ENMeta-analysis
Eine Metaanalyse ist ein statistisches Verfahren, das Ergebnisse mehrerer unabhängiger Studien zur gleichen Forschungsfrage quantitativ zusammenführt und einen gepoolten Effektschätzer mit engeren Konfidenzintervallen erzeugt als eine Einzelstudie. Gene V. Glass prägte den Begriff 1976: Effektgrößen werden extrahiert, invers-varianz-gewichtet und zu einem Mittelwert kombiniert — dargestellt im Forest-Plot, dessen horizontale Linien die Einzelstudien und dessen Raute das gepoolte Ergebnis zeigen. Heterogenität — das Ausmaß, in dem wahre Effekte zwischen Studien jenseits des Zufalls variieren — wird durch I² quantifiziert: Werte unter 25 % gelten als niedrig, 50–75 % als moderat, über 75 % als hoch; I² reagiert sensibel auf die Studienanzahl. Publikationsbias, geprüft via Funnel-Plot, Egger-Test oder Trim-and-Fill, kann den gepoolten Schätzer verzerren. In der Longevitätsforschung bündeln Metaanalysen Beobachtungskohorten oder randomisierte Studien, um kleine Effektgrößen — etwa den Überlebensvorteil körperlicher Aktivität oder den Zusammenhang zwischen Telomerlänge und Mortalität — aufzudecken, die einzelne Studien nicht zuverlässig auflösen können. Ihre Aussagekraft ist an die Qualität der Primärstudien gebunden: Systematische Verzerrungen werden verstärkt, nicht korrigiert.
Quellen
- Glass GV. (1976). Primary, Secondary, and Meta-Analysis of Research. *Educational Researcher*doi:10.3102/0013189x005010003
- Higgins JP, Thompson SG, Deeks JJ, et al.. (2003). Measuring inconsistency in meta-analyses. *BMJ*doi:10.1136/bmj.327.7414.557
- Page MJ, McKenzie JE, Bossuyt PM, et al.. (2021). The PRISMA 2020 statement: An updated guideline for reporting systematic reviews. *International Journal of Surgery*doi:10.1016/j.ijsu.2021.105906
