Präbiotika
ENPrebiotics
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Gemäß der International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP) wird ein Präbiotikum definiert als ein Substrat, das selektiv von Mikroorganismen des Wirts genutzt wird und dabei einen gesundheitlichen Nutzen verleiht. Diese Definition ist bewusst weit gefasst — sie schließt nicht nur fermentierbare Nahrungsfasern (wie Inulin, Fructooligosaccharide und Galactooligosaccharide) ein, sondern auch Nicht-Kohlenhydrat-Verbindungen und Anwendungen jenseits des Darms — und setzt sowohl den Nachweis selektiver Nutzung als auch einen belegten Gesundheitseffekt voraus, nicht bloß die Verfügbarkeit des Substrats. Gut charakterisierte Präbiotika erhöhen verlässlich Populationen von Bifidobacterium- und Lactobacillus-Spezies, steigern die SCFA-Produktion und verbessern die Stuhlkonsistenz; Effekte auf härtere klinische Endpunkte wie glykämische Kontrolle und Immunfunktion wurden in einigen Studien gezeigt, sind aber moderat und kontextabhängig. Das Präbiotikum-Konzept ist von Ballaststoffen im Allgemeinen zu unterscheiden: Fasern werden breit von vielen Taxa fermentiert, während das Selektivitätskriterium für Präbiotika strenger ist und sie von allgemeiner Substratversorgung abgrenzt.
