N-Acetylcystein (NAC)
ENN-acetylcysteine (NAC)
Geprüft von Maurice Lichtenberg
N-Acetylcystein ist eine acetylierte Form der Aminosäure Cystein, die klinisch als Mukolytikum und als Standardantidot bei Paracetamol-Überdosierung eingesetzt wird. Der zentrale Wirkmechanismus in klinischen wie longevity-bezogenen Kontexten ist die Auffüllung des intrazellulären Cystein-Pools, dem geschwindigkeitsbestimmenden Vorläufer der Glutathion-Biosynthese, wodurch die Kapazität des γ-Glutamyl-Cysteinyl-Glycin- (GSH-)Systems zur Pufferung reaktiver Sauerstoffspezies, zur Stützung der mitochondrialen Redox-Balance und zur Unterstützung der Phase-II-Entgiftung wiederhergestellt wird. Die orale Bioverfügbarkeit ist mäßig und variabel infolge des First-pass-Metabolismus; liposomale und retardierte Formulierungen werden untersucht. Über die antioxidative Wirkung hinaus moduliert NAC die NF-κB-vermittelte Entzündungssignalgebung und kann cystein-bezogene DNA-Methylierungsverschiebungen dämpfen. Als Monotherapie wurde es bei COPD, psychiatrischen Erkrankungen und Stoffwechselstörungen mit uneinheitlichen Ergebnissen geprüft. Im Longevity-Kontext ist es am relevantesten als cysteinspendendes Element der GlyNAC-Kombination.
Quellen
- Atkuri KR, Mantovani JJ, Herzenberg LA, Herzenberg LA. (2007). N-Acetylcysteine — a safe antidote for cysteine/glutathione deficiency. *Current Opinion in Pharmacology*doi:10.1016/j.coph.2007.04.005
- Kumar P, Liu C, Hsu JW, et al.. (2022). A Randomized Controlled Clinical Trial in Healthy Older Adults to Determine Efficacy of Glycine and N-Acetylcysteine Supplementation on Glutathione Redox Status and Oxidative Damage. *Frontiers in Aging*doi:10.3389/fragi.2022.852569
