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Zellbiologie

GDF15 (Wachstumsdifferenzierungsfaktor 15)

ENGDF15 (Growth Differentiation Factor 15)

Geprüft von

GDF15 (Wachstumsdifferenzierungsfaktor 15), auch bekannt als MIC-1, ist ein divergentes Mitglied der TGF-β-Superfamilie, das unter homöostatischen Bedingungen nur gering exprimiert wird, aber durch mitochondrialen Stress, DNA-Schäden, Entzündung und diverse zelluläre Belastungen stark induziert werden kann. Es signalisiert über einen spezifischen Rezeptorkomplex aus GFRAL und RET im Hinterhirn, supprimiert die Nahrungsaufnahme und reduziert das Körpergewicht — ein Mechanismus, der bei Kachexie und den metabolischen Effekten von Medikamenten wie Metformin, das GDF15 robust erhöht, relevant ist. Im Blut steigen GDF15-Spiegel mit dem Alter und werden mit Gebrechlichkeitsmarkern, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gesamtmortalität assoziiert; GDF15 wird zunehmend als Biomarker für mitochondrialen Stress und das biologische Alter untersucht, wobei seine Nettofunktion — als schädliches Stresssignal oder adaptiver Mediator — stark vom Kontext abhängt.

Quellen

  1. Liu H, Huang Y, Lyu Y, Dai W, Tong Y, Li Y. (2021). GDF15 as a biomarker of ageing. *Experimental Gerontology*doi:10.1016/j.exger.2021.111228
  2. Yang et al.. (2017). GFRAL is the receptor for GDF15 and the ligand promotes weight loss in mice and nonhuman primates. *Nature Medicine*doi:10.1038/nm.4418