Ganggeschwindigkeit
ENGait speed
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Die Ganggeschwindigkeit — üblicherweise auf einer 4- oder 6-Meter-Strecke bei normalem Tempo gemessen — ist einer der robustesten und kostengünstigsten funktionellen Biomarker des systemischen Alterns: Sie integriert Muskelkraft, Balance, kardiorespiratorische Kapazität und neurologische Integrität in einer einzigen Messung. Eine große Metaanalyse (Studenski et al., JAMA 2011, über 34.000 Teilnehmer) zeigte, dass jeder Zuwachs von 0,1 m/s mit einem um 12 % geringeren Sterberisiko assoziiert war und die Ganggeschwindigkeit ähnlich informativ wie Alter, Geschlecht oder Body-Mass-Index war. Langsame Ganggeschwindigkeit (typischerweise <0,8 m/s) sagt Demenz, Gebrechlichkeit, Stürze, Krankenhausaufenthalte und Mortalität unabhängig von der Beinmuskeln-Kraft allein voraus und spiegelt die hohen integrativen Anforderungen koordinierter Fortbewegung an das zentrale und periphere Nervensystem wider. In der klinischen Gerowissenschaft ist die Ganggeschwindigkeit Teil der Short Physical Performance Battery (SPPB) und dient sowohl als Diagnosekriterium körperlicher Gebrechlichkeit als auch als sensitiver, beeinflussbarer Endpunkt in Bewegungs- und Ernährungsinterventionen.
