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Konzepte & Theorien

Gebrechlichkeit (klinisches Syndrom und Frailty-Index)

ENFrailty (clinical syndrome and frailty index)

Geprüft von

Gebrechlichkeit (Frailty) bezeichnet einen klinischen Zustand erhöhter Anfälligkeit gegenüber Stressoren, der aus kumulierten Defiziten in mehreren physiologischen Systemen resultiert und zu verminderter Reserve und Resilienz führt. Zwei komplementäre Operationalisierungen dominieren die Literatur: das phänotypische Frailty-Modell von Fried und Kollegen (2001, Cardiovascular Health Study), das Frailty durch mindestens drei von fünf Kriterien definiert (unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Erschöpfung, verminderte Griffkraft, verlangsamtes Gehtempo, geringe körperliche Aktivität), und der Frailty-Index von Mitnitski und Rockwood, der den Anteil vorhandener Gesundheitsdefizite aus 30–70 Items zählt (Symptome, Befunde, Diagnosen, Laborwerte). Beide sagen adverse Ereignisse – Stürze, Krankenhausaufenthalte, Behinderung und Mortalität – unabhängig vom chronologischen Alter voraus; die Frailty-Prävalenz steigt nach dem 80. Lebensjahr steil an. In der Geroscience gilt Frailty als zentraler funktioneller Endpunkt zur Beurteilung senolytischer, senostatischer und anderer geroprotektiver Interventionen.

Quellen

  1. Fried LP, Tangen CM, Walston J, Newman AB, Hirsch C, Gottdiener J, et al.. (2001). Frailty in older adults: evidence for a phenotype. *Journal of Gerontology: Biological Sciences and Medical Sciences*doi:10.1093/gerona/56.3.M146